Kenngrößen

Gesamtenergiedurchlassgrad g-Wert

Der Gesamtenergiedurchlassgrad oder g-Wert gibt an, wie viel Energie aus direkter Sonnenstrahlungsleistung und sekundärer Wärmeabgabe (Wärmeabgabe des erwärmten Glases) von außen nach innen transportiert wird.

Ein hoher Gesamtenergiedurchlassgrad bedeutet einen hohen Strahlungsdurchgang durch das Glas und damit verbunden, eine hoher Wärmeeintrag in den dahinter liegenden Raum. Sinnvoll und energetisch nutzbar bleibt dieser Wärmefallen-Effekt im Winter, extrem belastend kann er sich im Sommer auswirken.

Der g-Wert berücksichtigt nicht die Orientierung und die Einbaulage einer Verglasung, er wird messtechnisch ermittelt, wobei die Wärmequelle senkrecht (ungünstigster Fall) auf die Verglasung strahlt.

Gesamtenergiedurchlassgrad Glas mit Sonnenschutz gtotal-Wert

Eine System, bestehend aus Fenster bzw. Verglasung mit außen- oder innen montiertem Sonnenschutz, hat zwei betimmende bestimmende Parameter. Einerseits den Energiedurchlassgrad der Verglasung (g-Wert) und andererseits den Abschattungsfaktor des Sonnenschutzes (z-Faktor bzw. Fc-Wert).
Der sich daraus errechnete gtotal-Wert sagt aus, wie viel Energie bei geschlossenem Behang in einen Raum gelangt. Der gtotal–Wert kann auf Grund der ÖNORM B8110 Teil 3 bzw. EN 13363 ermittelt werden.

Je effizienter ein Sonnenschutzprodukt ist, umso niedriger ist der gtotal-Wert. Im Niedrigenergiestandard wird ein Wert von < 0,15 angestrebt!  

Der gtotal-Wert einer Verglasung läßt sich mittels dynamischen Sonnenschutz variabel einstellen; damit kann das Raumklima trotz stark wechselnder äußerer Klimazustände (Winter, Sommer, Übergangszeiten) sehr gut reguliert bzw. stabilisiert werden:

  • Zur Vermeidung von Überwärmung sollte der gtotal niedrig, d. h. der Sonnenschutz ganz oder teilweise geschlossen sein; z. B. gtotal=0,15.
  • Zur Nutzung der Sonnenwärme für Raumwärme sollte eine Beschattung deaktivierbar sein; d. h. Sonnenschutz inaktiv, z. B. gtotal = gglas = 0,65

Abschattungsfaktor z

Der Abschattungsfaktor gibt Auskunft über die Qualität eines Sonnenschutzes. In der Norm gibt es Richtwerte, die jedoch nicht im Detail auf die Art der Behänge eingehen. Beispielsweise reflektieren helle Behänge besser als dunkle und Metalle absorbieren weniger Wärme als Textilien.

Nachfolgende Werte sind Normwerte und liegen auf der sicheren Seite. Es wird empfohlen, den im Einzelfall gültigen gtotal-Wert auf Grundlage der Herstellerangaben für das Glas und den Sonnenschutz nach ÖNORM EN 13361 zu berechnen bzw. berechnen zu lassen.

Ein Z-Wert von 0,27 bedeutet, dass der Sonnenschutz 27% der auftreffenden Energie durchlässt, jedoch 73% reflektiert.

  • Abschattungseinrichtungen                                            Abschattungsfaktor z
  • Keine Abschattung                                                              1,00
  • Außenjalousien, Fensterläden mit Jalousiefüllung      0,27
  • Rollläden, Fensterläden mit voller Füllung                    0,32
  • Markisen (seitlicher Lichteinfall möglich)                       0,43
  • Innenjalousien (je nach Farbe und Material)                 0,43 - 0,75

Beispiel:
Außenjalousie (z=0,27) in Kombination mit einer Verglasung (g=0,65)  errechnet sich, dass das System Glas und Beschattung nur noch 18% der Sonnenstrahlung ins Gebäude lässt. Mit anderen Worten: Der Sonnenschutz reduziert den Energieeintrag um 73%.
Formel: gtotal=g*z → gtotal=0,65*0,27 → gtotal=0,18 bzw 18%
Hinweis: Diese Formel darf nicht für alle Sonnenschutzgläser angewendet werden!

Wärmedurchgangskoeffizient U-Wert

Der Wärmedurchgangskoeffizient oder U-Wert (früher k-Wert) gibt Auskunft über die Qualität eines Bauteiles hinsichtlich des Wärmeverlustes bzw. seines Wärmedämmwertes. U-Werte sind vor allem in Hinblick auf den Verlust von Raumwärme während der Heizperiode von sehr großer Bedeutung und nachdem die U-Werte von Verglasungen und Fenstern meist wesentlich schlechter sind als jene einer opaken Wand, kommt dem Verglasungsanteil und der Glasqualität (Uw Werte, w steht für Fenster engl. Window), eine besondere Bedeutung zu.
Die Landesbauordnungen bzw. Wohnbauförderungen setzen aus diesem Grund (entsprechend dem technischen Fortschritt) die Höchstwerte für den Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern fest.

  • Mindestanforderung ca. 1,8 W/m2K
  • Für Niedrigenergiebauten ca. 1,1 W/m2K
  • Für Passivhausbauten Uw≤0,8 W/m2K

Werte unter 1,0 W/m²·K sind mit Zweifach – Isolierverglasungen in der Praxis nicht zu erreichen. Es gilt außerdem zu berücksichtigen, dass diese Werte rechnerisch für senkrechte Verglasungen ermittelt werden und lediglich rein vergleichenden Betrachtungen dienen sollen. Sie können in Abhängigkeit von den jeweiligen Einbau- und Umweltbedingungen z. T. erheblich abweichen. So bewirkt beispielsweise ein horizontaler Einbau ein Ansteigen des Uw-Wertes. Dicht schließende Sonnen- oder Blendschutzbehänge können jedoch den Uw-Wert günstig beeinflussen bzw. verbessern.
Je höher der U-Wert der Verglasung bzw. je älter die Fentser, umso höher ist der Energiespareffekt von dicht schließenen Außen- oder Innenbeschattungen.

Der Uw-Wert wird vor allem von der Anzahl der Glas-Zwischenräume und deren Gasfüllung sowie der aufgedampften (unsichtbaren) Metalloxidschichten bestimmt. Und er setzt sich aus 2 Komponenten zusammen, dem Ug-Wert für das Glas (engl. glazing) und dem Uf-Wert für den Rahmen (engl. Frame).

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